Fakten-Check

Informationen zum Thema Grundschule, Sportplatz und Bürgerentscheid

Worum geht es beim Bürgerbegehren?

Die Grundschule soll auf der nördlichen Hälfte des aktuellen Schulsportplatzes neu gebaut werden, weil der Gemeinderat im Sommer des letzten Jahres einstimmig beschlossen hatte, die Schule als so genanntes Lernhaus für Schule und Nachmittagsbetreuung neu zu bauen und das alte Schulgebäude abzureißen. Damit der Sportplatz als Fußballfeld erhalten bleibt, soll das Spielfeld um 90° nach Westen gedreht werden. Hierzu müssten einige Bäume entfernt werden. Sowohl für den Neubau der Schule, als auch die teilweise Neuanlage des Sportplatzes müssen der Flächennutzungsplan und der Bebauungsplan geändert werden. Dieses Verfahren (die sog. Bauleitplanung) schafft die rechtlichen Voraussetzungen dafür, dass die neue Schule und der neue Sportplatz überhaupt gebaut werden dürfen. Die Umsetzung der Maßnahme, also der tatsächliche Bau des Sportplatzes und die Entfernung der Bäume würde erst in ein paar Jahren erfolgen und auch nur, wenn bis dahin keine andere sinnvolle Lösung für den Sportplatz gefunden worden ist. Das Bürgerbegehren zielt darauf, die Bauleitplanung auf Teilflächen des gesamten Vorhabens zu beenden, um die Neuanlage des Sportplatzes an der vorgesehenen Stelle, aber auch alle anderen Nutzungsarten zu verhindern.

Warum soll der Sportplatz erhalten bleiben?

Der Sportplatz an der Grundschule gehört als Teil des Schulgeländes der Gemeinde wird aber seit Jahrzehnten auch dem Sportverein vor allem zu Trainingszwecken sowie für Punktspiele als sog. „B-Platz“ überlassen. Für den Sportverein ist dieses zweite Spielfeld vor allem für den Jugendbereich sehr wichtig, weil er den „A-Platz“ am Sportgelände entlastet. Damit auf dem Spielfeld Punktspiele stattfinden können, muss er eine gewisse Größe haben und beleuchtet sein, weil Training und viele Spiele in den Abendstunden stattfinden. Die gemeinsame Nutzung durch Sportverein und Schule hat sich als vorteilhaft erwiesen, da so die besten Synergieeffekte bestehen. Damit in Spardorf weiterhin ein attraktives Sportangebot aufrecht erhalten werden kann, soll der Sportbetrieb des VdS Spardorf durch eine Überbauung des Spielfelds an der Grundschule keine Nachteile im Trainings- und Spielbetrieb haben, weshalb nach Alternativen für den jetzigen „B-Platz“ gesucht wird.

Ist die Entscheidung, die Bäume am Waldrand zu entfernen, bereits endgültig?

Nein. Das aktuelle Verfahren dient bislang lediglich dazu, die rechtlichen Voraussetzungen für den Schul- und Sportplatzbau zu schaffen. Dabei war es immer ein Anliegen der Gemeinde, eine umsetzbare Alternative für den Sportplatz anbieten zu können. Deshalb hatte der Gemeinderat im November 2020 einstimmig entschieden, die Variante „Drehung des Sportplatzes“ weiter zu verfolgen. Gleichwohl gingen und gehen die Bemühungen, eine noch bessere Lösung zu finden natürlich weiter. Der Bürgerentscheid würde zum jetzigen Zeitpunkt keinen Wald retten, da die Entscheidung zur Entfernung der Bäume noch gar nicht getroffen wurde oder ansteht. 

Gibt es „Lösungsvorschläge“ der Bürgerinitiative, mit denen sich der Gemeinderat noch nicht befasst hat?

Nein. Alle im Positionspapier der Bürgerinitiative „Waldfreunde“ aufgeführten Varianten wurden im Gemeinderat mehrfach besprochen und zwar bereits vor Gründung der Bürgerinitiative. Sofern also behauptet wird, die „Waldfreunde“ hätten Lösungen erarbeitet, mit denen sich die Verwaltung bzw. der Gemeinderat nicht befasst hätten, ist dies nicht zutreffend. Vielmehr habe ich der Bürgerinitiative von Anfang an im Rahmen mehrerer persönlicher Gespräche den aktuellen Stand der Planungen bzw. Diskussi-on transparent dargelegt.

Warum kann der Schulsportplatz von Gymnasium und Mittelschule (hinter dem Schwimmbad) nicht als Ersatz dienen?

Bereits im Sommer 2020 habe ich persönlich mit dem Landrat Herrn Tritthart darüber gesprochen, ob der Sportplatz am Schulzentrum Gymnasium / Mittelschule auch für den Vereinssport genutzt werden kann, da die gemeinsame Nutzung bereits vorhandener Flächen ohne Zweifel sehr gut wäre. Im Ergebnis ist eine Nutzung des Platzes durch den Sportverein grundsätzlich möglich, wegen fehlender Beleuchtung allerdings nicht durchgehend zu den benötigten Zeiten.
Da eine Beleuchtung vom Eigentümer nicht gewünscht ist und im Übrigen der Platz auch für andere Zwecke benötigt wird, kann keine Nutzungsgarantie ausgesprochen werden. Demnach scheidet die Nutzung des Sportplatzes hinter dem Schwimmbad als dauerhafter und gleichwertiger Ersatz für den B-Platz an der Grundschule derzeit aus.

Gibt es in der Nähe des Sportzentrums keine geeigneten Flächen für einen weiteren Sportplatz?

Nein. Die landwirtschaftlich genutzten Wiesen und Äcker rund um das Sportzentrum (Fritz-Weinrebe-Halle) stehen nicht im Eigentum der Gemeinde oder des Sportvereins und werden von den jeweiligen Eigentümern auch nicht zur Verfügung gestellt. Im Übrigen sind die Flächen teilweise auch zu klein oder zu nah an der Staatsstraße gelegen, weshalb sie auch aus diesem Grund für die Anlage eines Sportplatzes nicht geeignet sind.
Die Wiese in Richtung Sieglitzhof (Eskilstunastraße) würde möglicherweise zur Verfügung stehen, ist allerdings wegen der Geländebeschaffenheit für einen Sportplatz eher ungeeignet. Wegen der Bodenverhältnisse und des Gefälles wären umfangreiche Erdarbeiten notwendig. Außerdem müssten auch hier zahlreiche Bäume entfernt werden.
Die Wiese zwischen Boxerclub und Staatsstraße liegt im Landschaftsschutzgebiet der Stadt Erlangen. Mehrere Anfragen für eine Ausnahme blieben bislang erfolglos.

Warum soll die Schule nicht am alten Standort gebaut werden, damit der Sportplatz erhalten bleibt, wie er ist?

Die alte Schule ist auf 4 Klassenzimmer ausgelegt. Die neue Schule soll bis zu 8 Klassenzimmer sowie Teile der Nachmittagsbetreuung beherbergen. Das neue Schulgebäude muss also wesentlich größer werden, als das alte. Ein Neubau auf dem alten Standort würde dazu führen, dass kaum noch Freiflächen für die Pausen und die Nachmittagsbetreuung zur Verfügung stünden. Außerdem könnten auch nicht ausreichend Stellplätze vorgehalten werden. Alle Schülerinnen und Schüler müssten während der Bauzeit in Containern untergebracht werden, was wiederum erhebliche Mehrkosten verursachen würde.

Kann die alte Schule nicht einfach saniert werden?

Ursprünglich war vorgesehen, das alte Schulgebäude zu sanieren und zu erweitern. Allerdings hat sich dieses Konzept bei näherer Betrachtung als nicht zukunftsfähig und weniger wirtschaftlich erwiesen. Außerdem müsste auch bei dieser Variante die komplette Schule in Container ausgelagert werden, was u.a. zu erheblichen Mehrkosten führen würde. Für das angestrebte Lernhaus-Konzept wäre das sanierte Gebäude im Übrigen nicht geeignet. Auch bei einer Sanierung verbliebe zu wenig Fläche für den Pausen-bereich und die ungelöste Parkplatzsituation.

Muss die neue Schule wirklich so groß werden?

Bei der einstimmigen Grundsatzentscheidung zum Neubau der Grundschule im Sommer 2020 ist der Gemeinderat - wie auch bereits in der letzten Legislaturperiode - davon ausgegangen, dass die Gemeinde Spardorf mittel- bis langfristig eher wächst und zukünftig deshalb Bedarf für eine Grundschule mit bis zu 8 Klassenzimmern haben wird. Vor allem im Hinblick auf das auf dem ehemaligen Ziegeleigelände entstehende Wohngebiet wird es kurz- bis mittelfristig zu einem Anstieg der Einwohnerzahl kommen. Der festgestellte Bedarf kann durch ein externes Sachverstänigen-Gutachten belegt werden.

Hat sich der Gemeinderat wirklich umfangreich mit der Thematik befasst?

Ja. Seit dem Sommer 2020 hat sich der Gemeinderat immer wieder mit dem Thema Neubau Schule und Verlagerung Sportplatz befasst. Auch die Einwände der „Waldfreunde“ wurden in einer mehrstündigen öffentlichen Sitzung ausführlich diskutiert und nochmals alle geprüften Varianten vorgestellt. Auf Antrag verschiedener Mitglieder des Gemeinderates wurde dieser Themenkreis sogar in einer separaten Sitzung noch einmal wiederholt.

Varianten im Überblick

Gibt es denn überhaupt keine freien Flächen für den Sportplatz?

Doch. Hinter dem Friedhof befindet sich eine Wiese, die für die Anlage eines Fußballplatzes grundsätzlich geeignet wäre und bereits der Gemeinde gehört. Allerdings ist diese Fläche derzeit nur über das Friedhofsgelände oder einen Feldweg erreichbar und eigentlich für eine spätere Erweiterung des Friedhofs vorgesehen. Insbesondere auch aus Pietätsgründen erscheint die Anlage eines Sportplatzes direkt neben dem Friedhof als fraglich.
Wegen fehlender Erschließung wäre außerdem mit relativ hohen Kosten zu rechnen. Außerdem befindet sich diese Fläche am weitesten vom Sportgelände entfernt.

Ist das Gelände an der Grundschule überhaupt für einen Sportplatz geeignet?

Ja. Ein geologisches Boden-Gutachten hat ergeben, dass die Fläche sowohl für das Schulhaus, als auch den Sportplatz geeignet ist. Die Steinformation im Wald kann abgetragen werden und soll vor Ort weiterverwendet werden. Im Übrigen müssten bei der Neuanlage eines Sportplatzes an anderer Stelle auch umfangreiche Erschließungsmaßnahmen getroffen werden, die beim aktuellen Standort bereits vorhanden sind.

Welche Maßnahmen plant die Gemeinde für den ökologischen Ausgleich?

Jeder Eingriff in die Natur muss nach gesetzlichen Vorschriften ausgeglichen werden. Dabei bzw. darüberhinaus ist geplant, sich nicht nicht auf die gesetzlichen Vorschriften zu beschränken, sondern deutlich mehr neue Bäume zu pflanzen, als vorgeschrieben - und zwar in Spardorf, u.a. auf dem Pausenhof der neuen Schule. Im Übrigen können auch gefällte Bäume als Lebensraum für geschützte Tierarten erhalten bleiben, indem sie vor Ort um einige Meter versetzt werden. 

Wie geht es nach dem Bürgerentscheid weiter?

Der Bürgerentscheid hat die rechtliche Wirkung eines Gemeinderatsbeschlusses und kann für die Dauer eines Jahres nur durch einen erneuten Bürgerentscheid aufgehoben werden. Entscheidet sich die Mehrheit beim Bürgerentscheid für einen Planungsstopp, dürfen die Flächen außerhalb des jetzigen Schulgeländes nicht mehr überplant werden. Welche Auswirkungen dies auf die politischen Entscheidungen zu den weiteren Planungen für die neue Grundschule hat und ob weitere Verzögerungen zu erwarten sind, ist nicht absehbar.

Chronologie

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